Ganz richtig ist die Behauptung, Christoph Columbus hätte Amerika entdeckt, nicht. Denn schon in der Zeit um 1000 nach Christi trieb es den Isländer Leif Ericsson auf das Meer. Sein Interesse an dem fernen Kontinent schien aber nicht so groß. Die Isländer sahen von weiteren Besuchen ab. Angeblich sollen auch Missionare schon vor der offiziellen Entdeckung in Amerika gelandet aber auch wieder weitergereist sein. Und so gilt der Genueser Seefahrer Columbus als Entdecker des Kontinents. Obwohl auch das nicht ganz stimmt. Denn das amerikanische Festland soll er angeblich nie betreten haben. Columbus hatte eigentlich nach einer Abkürzung für den Seeweg nach Indien gesucht, geriet dabei vom Kurs ab und landete auf den karibischen Inseln, die er für Hinterindien hielt. Von dieser Ansicht konnte ihn laut Geschichtsschreibung bis zu seinem Tod im Jahr 1506 auch niemand abbringen.
Dass die Amerikaner dennoch jährlich ihren Columbus Day feiern, verdankt der Italiener der Tatsache, dass aufgrund seiner Aufzeichnungen die Neugier der Europäer nach dem fernen neuen Kontinent wuchs und sich immer mehr Schiffe Richtung Amerika aufmachten. Weder sie noch Columbus waren aus Neugier auf die Menschen unterwegs, auf die sie treffen würden. Columbus` Mission war es, nach neuen Edelmetall – Vorkommen zu suchen. Seine Nachfolger bei der Erforschung neuen Territoriums verbreiteten zunächst einmal nur Angst und Schrecken bei den Ureinwohnern, den Indianern. Sie wurden entweder ermordet oder versklavt.
An jedem zweiten Montag im Oktober wird der Columbus Day in den USA gefeiert. Andere Länder, in denen große italienische Gemeinden leben, halten sich mit ihrem Columbus Day an das korrekte Datum der Landung am 10. Oktober. In Amerika konzentrieren sich die Feierlichkeiten in erster Linie auf die Stadt New York. Hier versammeln sich rund 30 000 Menschen zu einer Parade. Mit von der Partie sind der jeweilige Bürgermeister der Stadt, aber auch Vertreter aus Film, Funk und Fernsehen. Die Schauspielerin Sophia Loren marschierte mit, der Tenor Luciano Pavarotti war dabei, und sogar Frank Sinatra reihte sich in die Reihe der Paradierenden ein. Die Parade ist seit 79 Jahren ein buntes Bild. Zahlreiche Bands von Highschools und Colleges, Folklore – Gruppen aus allen Teilen der Welt und Blaskapellen verleihen dem Columbus Day immer wieder viel Pracht und Lebensfreude.
Bis zu 500 000 Besucher kommen jährlich zu dem großen Spektakel. Und auch nach der Parade wird an vielen Stellen der Stadt weiter gefeiert.
Da der Columbus Day ein nationaler Feiertag ist, sollten sich Besucher darauf einstellen, dass an diesem Tag die meisten Behörden, Banken, Botschaften und Konsulate geschlossen sind.