Die in Straßburg geborene Marie Großholtz wurde von dem angesehenen Arzt Dr. Phillipe Curtius zur Wachsbildnerin ausgebildet. Dieser fertigte nicht nur Modelle von inneren Organen für anschaulichen Unterricht in Anatomie, sondern auch kleine erotische Figuren, die unter anderem auch in französischen Adelskreisen sehr beliebt waren. Dr. Curtius erkannte sehr schnell das Talent der kleinen Marie und förderte sie nach Kräften. So erbte sie auch nach seinem Tod eine recht umfangreiche Sammlung an Wachsfiguren. Marie selbst fertigte bereits mit 17 Jahren das lebensgroße Modell des großen Aufklärers und Wegbereiter der französischen Revolution Jean-Jacques Rousseau. Nach vielen Wirrungen in ihrem Leben, der Hochzeit mit dem Ingenieur Francois Tussaud und zahlreichen Umzügen zuletzt nach London eröffnete sie aus finanzieller Not ein Museum mit ihren selbst angefertigten Modellen aus Wachs. Standort des ersten Madame Tussauds Museums war die bekannte Baker Street in London. Erst 34 Jahre nach ihrem Tod im Jahre 1850 wurde das Museum an seinen heutigen Standort in der Marylebone Road verlegt.
Heute ist Madame Tussauds ein unumgängliches Must-See in London und in vielen anderen großen Städten rund um den Globus. Allein in den vereinigten Staaten von Amerika gibt es heute vier Madame Tussauds Museen. Amerikanische Standorte für die beliebten Museen der Madame Tussaud sind Washington D.C., Hollywood, Las Vegas und New York City. Die lebensgroßen Abbildungen von vielen berühmten Prominenten aus Film und Fernsehen, große Politiker aller Richtungen und historische Persönlichkeiten finden sich bei Madame Tussauds wieder. Aber auch Lehnchen Müller oder Mr. Smith von nebenan bereichern die Ausstellung. Oft denkt der Besucher, er setzt sich neben einen ebenfalls ermüdeten Besucher der Ausstellung und muss dann erkennen, dass neben ihm eine weitere Kreation aus Wachs sitzt.
Für die amerikanischen Städte mit einem solchen Museum zählt Madame Tussauds zu einem weiteren Highlight für Besucher. Wer auf seiner Reise nach Hollywood keinen großen Star getroffen hat, der sollte es im Wachsfigurenkabinett der Marie Tussaud versuchen. Hier findet man sie alle und keiner nimmt Reißaus vor den ungeliebten Fans. Die lebensechten Figuren erstaunen immer wieder durch Detailtreue und frappante Ähnlichkeit mit den Originalen. Viele talentierte Künstler sind seit deren Tod in die großen Fußstapfen der Wachsbildnerin Marie Tussaud getreten und machen ihre Sache wirklich außerordentlich gut.
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