Die Hall of Fame for Great Americans – Denkmal auf dem absteigenden Ast?

Ob in Natura oder virtuell – Ruhmeshallen gibt es heutzutage eine ganze Menge, und es kommen immer wieder neue hinzu. In allen Bereichen von Sport, Musik, Kultur oder Wirtschaft werden herausragende Persönlichkeiten mit der Aufnahme in eine solche Hall of Fame geehrt, wobei man über eigene Ruhmeshallen für Pornostars oder Pokemonfiguren geteilter Meinung sein kann. Während in Deutschland schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Walhalla am Ufer der Donau thronte, dauerte es in den USA gute fünfzig Jahre länger, bis die erste Ruhmeshalle errichtet wurde. Dann jedoch wurden mit der Hall of Fame for Great Americans gigantische Maßstäbe gesetzt.

192 Meter lang ist die halbkreisförmige, offene Säulenhalle, die sich in New York, auf dem ehemaligen Campus der New York University in Bronx befindet. Heute gehört dieser Bereich zum Bronx Community College. Das gewaltige Projekt wurde vom damaligen Kanzler der New York University, Henry McCracken, initiiert, in Helen Miller Shepard war eine großzügige Stifterin für den Bau gefunden. Entworfen wurde die eindrucksvolle Kolonnade in neoklassizistischem Stil vom Architekten Stanford White. Seit ihrer Eröffnung am 30. Mai 1901 ist die Hall of Fame for Great Americans eine bedeutende New Yorker Sehenswürdigkeit. Der Standort hat historische Bedeutung, von diesem Hügel aus hatten die Briten die Amerikaner während des Unabhängigkeitskrieges aus New York vertrieben. Und so bietet diese Ruhmeshalle Besuchern nicht nur einen faszinierenden kulturellen und geschichtlichen Einblick, sondern auch einen herrlichen Panoramablick über den Harlem River und den Palisades Park.

Bisher haben es 102 Personen geschafft, in die Hall of Fame for Great Americans aufgenommen zu werden. Darunter befinden sich US-Präsidenten wie George Washington, Theodore Roosevelt oder Ulysses S. Grant, Erfinder wie Alexander Graham Bell, Mediziner wie Oliver Wendell Holmes oder die Schriftstellerin Harriet Beecher Stowe, die mit ihrem Roman Onkel Tom’s Hütte weltbekannt wurde. Unter den Geehrten sind lediglich zwei Schwarze, und bis jetzt haben es weder ein indianischer Ureinwohner, noch ein Latino oder Jude in die Hall of Fame for Great Americans gebracht. Für 98 der Geehrten wurden Bronzebüsten aufgestellt, dann versiegten die Geldmittel. Die Anlage ist jeden Tag von 10.00 bis 17.00 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch immer willkommen.

Zwar hat das Interesse in den letzten Jahrzehnten nachgelassen, und die Besucherzahlen waren rückläufig, trotzdem bleibt die Hall of Fame for Great Americans ein bedeutendes Nationaldenkmal, ein Zeichen des Patriotismus einer ganzen Nation.